Reiseziele · 2. Mai 2026 · 7 Min. Lesezeit
Was eine Woche Malediven wirklich kostet, mit echten Zahlen
Vom Flug über den Bootstransfer bis zur Villa und den Mahlzeiten: die ehrliche Rechnung für sieben Nächte, in drei unterschiedlichen Preisklassen.

Die Malediven haben ein merkwürdiges Kommunikationsproblem: Die Fotos sehen fast alle gleich aus, die Preise nicht. Zwischen der Villa für dreihundert Euro pro Nacht und der für dreitausend zeigt sich dieselbe türkisfarbene Lagune, und um zu verstehen, wofür man wirklich bezahlt, muss man die Rechnung Posten für Posten durchgehen, ohne sich von der Kulisse ablenken zu lassen.
Zuerst die Anreise. Der Flug aus Europa in der Economy Class kostet zwischen siebenhundert und dreizehnhundert Euro pro Person, je nachdem, wie früh man bucht. Dann kommt der interne Transfer, der Posten, den alle vergessen, bis er in der Rechnung auftaucht: Ein Resort in der Nähe von Malé erreicht man mit dem Speedboot für hundert bis zweihundert Euro pro Person, hin und zurück, aber die schönsten Inseln wollen das Wasserflugzeug, und da sind wir bei vierhundert bis sechshundert Euro pro Person. Das sollte man dazurechnen, bevor man sich in eine abgelegene Insel verliebt, nicht danach.
Drei Preisklassen, drei völlig verschiedene Erfahrungen
Erschwingliche Klasse: solide Vier-Sterne-Resorts zwischen dreihundertfünfzig und sechshundert Euro pro Nacht für eine Doppelvilla am Strand. Sieben Nächte kosten zwischen zweitausendfünfhundert und viertausend Euro. Mittlere Klasse, oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im ganzen Archipel: sechshundert bis zwölfhundert Euro pro Nacht, vielfach schon mit Overwater-Villa. Obere Klasse: ab fünfzehnhundert Euro, ohne echte Obergrenze, und dort hört der Service einfach auf, Mängel zu haben.
Dann kommt der eigentliche Multiplikator der Endrechnung: Essen und Trinken. Faustregel: In einem Resort der mittleren Klasse gibt ein Paar ohne Verpflegungspaket zwischen hundert und zweihundertfünfzig Euro am Tag für Mittagessen, Abendessen und Getränke aus. Auf sieben Tage macht das noch mal tausend bis achtzehnhundert Euro. Genau deshalb lohnt sich, wie wir an anderer Stelle beschreiben, auf den Malediven fast immer die Halbpension.
Rechnet man alles zusammen, beginnt eine anständige Woche zu zweit bei rund sechstausend Euro, eine gut gewählte Woche der mittleren Klasse liegt zwischen achttausend und zwölftausend Euro, und darüber gibt es keine echte Decke. Wer Ihnen die „echten Malediven“ für dreitausend Euro zu zweit verspricht, meint eine lokale Insel mit Guesthouse, eine schöne Reise, aber eine ganz andere.
Wo spart man, ohne etwas kaputtzumachen? Beim Datum, vor allem: Mai und Oktober kosten bis zu vierzig Prozent weniger als Februar, bei überschaubarem Regenrisiko. Beim Transfer, indem man Inseln wählt, die per Speedboot statt Wasserflugzeug erreichbar sind. Und beim Preisvergleich, denn dasselbe Resort zu denselben Daten kann zwischen den Anbietern um Hunderte von Euro schwanken. Bei einer Zehntausend-Euro-Woche bringen zehn Minuten Vergleich mehr als jeder andere Tipp in diesem Artikel.
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